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Projekt

insectmatter - Konzeption und Entwicklung von kreislauffähigen Produkten aus Insektenchitin für den mitteldeutschen Raum

Projekt

  • 1. Call
  • Dialoggruppe: Biopolymere
  • Fördervolumen: 528.516€
  • Gesamtvolumen: 578.739€
  • Jan 2023 - Dez 2025

Was ist Chitin?

Chitin ist nach Cellulose das am weitesten verbreitete Biopolymer. Geschätzt wird, dass jährlich etwa 100 Mrd. t in der Natur entstehen. Chitin hat die Funktion einer Gerüstsubstanz in den Exoskeletten von Gliederfüßern, dem artenreichsten Stamm im Tierreich, dem Insekten, Krebs- und Spinnentiere angehören. Außerdem ist Chitin Bestandteil der Zellwände von Pilzen und Hefen. Kommerziell wird Chitin bisher aus Schalenresten von Krustentieren, z.B. Garnelen gewonnen und oft aus asiatischen Ländern importiert. Dies soll im Projekt insectmatter hergestellt werden.

Regionales Chitin aus der Insektenproduktion

Insekten werden zunehmend für die Herstellung von Futtermitteln eingesetzt. Insekten liefern Proteine, hochwertige Fette und auch Chitin und Melanin, das aus den Insektenhüllen gewonnen werden kann. Chitin und Melanin aus regionalen Quellen zu erschließen sind entscheidende Schlüssel für eine zukunftssichere und nachhaltige regionale Produktion der Zukunft.

Forschungsziele

Das Projekt insectmatter wird zunächst einen industriell relevanten Prozess entwickeln, um Chitin und auch Melanin aus der Insektenproduktion zu gewinnen. Das Einsatzfeld der ökologisch und regional gewonnenen, nachwachsenden Materialien ist extrem vielseitig: Melanin ist ein wichtiger pharmazeutischer Hilfsstoff, ein Antioxidans für den Lebensmittelbereich und auch als unbedenklicher Naturfarbstoff verwendbar, z.B. für Textilien oder Stifte. Chitin ist der Rohstoff für die Gewinnung des Werkstoffes Chitosan zur Herstellung von Verpackungsbeschichtungen, Fasern für medizinische Anwendungen bzw. hautnahe Kosmetik oder Flockungsmittel zur Abwasserreinigung. Im Projekt werden außerdem weitere Verarbeitungsmethoden, Koppelprodukte und breitere Anwendungsfelder explorativ erprobt, um die außergewöhnlichen Eigenschaften der Materialien in weitere relevante Kontexte zu überführen. Die Umweltwirkung der Prozesse und Materialien wird u.a. durch Analyse der Recyclingfähigkeit der eingesetzten Prozesshilfsmittel sowie der Stoff- und Energieströme initial, fortwährend und abschließend bewertet.

Wertschöpfung in der Region

Ein besonderer Fokus liegt bei insectmatter auf der Kopplung mit weiteren Nebenprodukten der Region, um Kreisläufe zu schließen. Durch die gestalterische Disziplin entstehen innovative Produkte, die die gesellschaftliche Zugänglichkeit zu den Materialpotentialen in den Vordergrund rücken und erstmalig ermöglichen. Die Unterstützung des Strukturwandels durch Transformation einer fossilen Wertschöpfung hin zu einer bioökonomiebasierten braucht neue Produkte, die durch die Zusammenarbeit von Unternehmen, Forschung und Design entstehen.

Die Wertschöpfungskette

Ausgangsstoff

Insektenhüllen

Technologie

Chemische Modifikation

Zwischenprodukt

Chitin

Endprodukt

Textilien, Farbpigmente

Innovationsraum

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Zuletzt aktualisiert am: 26.02.2024 16:57

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