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Projekt

SysWeB - Systematische Identifizierung neuer regionaler Wertschöpfungsnetze der Bioökonomie

Projekt

  • 3. Call
  • Dialoggruppe: Fein- und Spezialchemikalien
  • Fördervolumen: 321.000€
  • Gesamtvolumen: 321.000€
  • 01.10.2024 – 30.09.2026
Logo SysWeB

Forschungsziel

Die Land- und Ernährungswirtschaft ist in den mitteldeutschen Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt eine fundamentale Säule des Wirtschaftssystems. In der gesamten Region ist die Branche strukturprägend für den ländlichen Raum und bietet Arbeitsplätze für viele tausend Beschäftigte. Derzeitige Trends begünstigen eine Stärkung der Regionalität basierend auf einem veränderten Verbraucherbewusstsein, aber auch auf negativen Erfahrungen in Bezug auf die Zuverlässigkeit globaler Lieferketten. Parallel zur Agrar- und Lebensmittelwirtschaft steht die ebenfalls im mitteldeutschen Raum starke Chemieindustrie unter enormen Transformationsdruck: 
Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen erfordern eine stärkere Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen und damit die Erschließung einer für die Branche neuen biobasierten Rohstoffbasis. Da dies nicht auf Kosten der Ernährungssicherheit gehen darf, zielt SysWeB auf die Wertschöpfung aus für die Ernährung primär nicht erschließbaren Materialien ab. Es entwickelt und beschreibt neue Nutzungsszenarien ausgehend von regional vorhandenen, bisher nicht höherwertig nutzbaren Reststoff- und Nebenproduktströmen bis zu potenziellen Produkten der mitteldeutschen chemischen Industrie. 

Wertschöpfung in der Region 

Zentrale Idee des länderübergreifenden Projektes SysWeB im mitteldeutschen Raum ist es, die wissenschaftliche Datengrundlage für die Verwertung regionaler Reststoff- und Nebenproduktaufkommen in der chemischen Industrie zu schaffen. Hierfür werden Reststoffe und Nebenprodukte entlang der oftmals kleinteiligen Wertschöpfungsketten der Land- und Ernährungswirtschaft quantitativ und qualitativ erfasst. Die quantitative Erfassung zielt auf die Erhebung von Primärdaten zu Mengen und Qualitäten regionaler Reststoff- und Nebenproduktmengen aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die qualitative Erfassung adressiert die Analyse der aktuellen Nutzungen und des Verwertungspotenzial in der chemischen Industrie. 
Hierbei gilt es, einen systematischen Ansatz zur Erfassung zu implementieren, um erfolgsversprechende Verwertungspotenziale über das Einbringen in bestehende oder neue Wertschöpfungsnetze zu nutzen.  

Beteiligte Institutionen 

Das Konsortium von SysWeB besteht aus wissenschaftlichen Partnern (CBP, DBFZ) sowie aus drei assoziierten Netzwerken (AMG, TH-ERN, WSF), welche die notwendige Expertise und den direkten Zugang zu den Stoffstrombesitzern einbringen. 
Das DBFZ arbeitet seit vielen Jahren mittels quantitativer und qualitativer Methoden zu 
verschiedenen Fragestellungen der Bioökonomie und damit verbundenen Themen. Unter Einbindung aller Projektpartner konzipiert das DBFZ hier das Erhebungsdesign, die Untersuchungsmethodik und führt die Primärdatenerhebung einschließlich deren Sicherung und Analyse aus. 
Für die Einbindung der Land- und Ernährungswirtschaft in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ist jeweils ein assoziierter Partner des Bundeslandes zuständig. Es existieren bereits langjährig etablierte Netzwerke (Thüringer Ernährungssetzwerk e.V., Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH und Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH) in diesen Bundesländern, die seit vielen Jahren bis heute über verschiedene Formate intensiv miteinander verbunden sind. Diese Netzwerke eröffnen den Zugang zur Branche der Land- und Ernährungswirtschaft in den unterschiedlichen Bereichen der Wertschöpfungsketten und Warengruppen als Grundlage der systematischen Erfassung und Unterstützung dieses Prozesses.  

Das Fraunhofer CBP analysiert die ermittelten Reststoffpotenziale anhand bisher nicht erfasster, aber für die Nutzung in bisher nicht erschlossenen Wertschöpfungsketten wesentlicher, Eigenschaften.

Die Wertschöpfungskette

Ausgangsstoff

Zuckerrübe

Technologie

Bakterien

Zwischenprodukt

Dextrane

Endprodukt

Ersatzstoff Blutplasma

Legende:

vorhanden

teilweise vorhanden

nicht vorhanden

Dextrane werden als Ersatzstoff für Blutplasma eingesetzt und sind in der modernen Medizin unentbehrlich. Mit Hilfe von speziell angepassten Leuconostoc Bakterien können Dextrane aus Zuckerrüben gewonnen werden. Damit wird ein sehr ökonomisches Produkt in der Region hergestellt und eine unabhängige Versorgung von Arzneimitteln sichergestellt.

Innovationsraum

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Zuletzt aktualisiert am: 11. März 2024, 15:07

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