Ein Raum voller Innovationsmacher:innen, ein Ministerium mit offenen Ohren, zwei ganze Tage in Leipzig: Das war der Erfahrungsaustausch der WIR!-Bündnisse am 5. und 6. Mai. Das BMFTR hatte geladen – und den Rahmen bewusst anders gesteckt als gewohnt: weniger Berichte und Präsentationen, dafür mehr Gespräche unter- und miteinander.

Tag 1: Praxis, Marktplatz und eine Frage, die uns nicht losließ
Der erste Tag gehörte den Bündnissen. Nach Schlaglichtern aus der Praxis und einem Impuls der Begleitforschung kam ein Marktplatz-Format, bei dem Netzwerke miteinander ins Gespräch kommen konnten. Den Nachmittag füllte eine Workshop-Session – und für BioZ war genau einer der inhaltlich prägendsten Momente des gesamten Treffens.
Das Thema: Transfer. Was klingt wie ein Fachbegriff, entpuppte sich als echte Denkaufgabe. Was ist der Unterschied zwischen dem, was ein Projekt produziert, dem, was es bewirkt – und dem, was es langfristig verändert? Output, Outcome, Impact. Drei Begriffe, die weiter auseinanderliegen als gedacht. Und eine ehrliche Erkenntnis: Bündnisse wie BioZ neigen dazu, den Impact von Anfang an riesig zu denken. Zurecht ehrgeizig – aber manchmal auf Kosten des Konkreten. Wirkung muss nicht groß sein, um real zu sein. Ein Projekt, das eine Lieferkette verändert, eine Kooperation ermöglicht oder ein Unternehmen neu ausrichtet – das ist auch schon Impact. Und genau das nehmen wir mit.

Tag 2: Fishbowl, Pitches und klare Worte
Der zweite Tag legte nach. In der Fishbowl-Diskussion zur Frage „Wie muss das perfekte Förderprogramm aussehen?“ saßen die richtigen Menschen am Tisch – und sagten die richtigen Dinge. Es wurden Ideen gesponnen, wie Abläufe im Förderprozess neu gedacht werden können. Aber vor allem wurde vom Ministerium zugehört, und wir sind sehr dankbar für diese Möglichkeit des offenen Feedbacks.

Den Abschluss bildete das Format „Transferprojekt 2.0″: Bündnisübergreifende Teams pitchten gemeinsam entwickelte Projektideen vor dem Plenum – mit der Chance auf eine geförderte Machbarkeitsstudie. Auch hier war spürbar, was das gesamte Treffen ausgezeichnet hat: Die Bereitschaft, offen zu denken und echte Kooperationen anzustoßen, statt nur nebeneinander zu arbeiten.
Ein Auftakt, kein Abschluss
Transfer ist kein Thema, das sich in zwei Tagen lösen lässt. Aber dieser Erfahrungsaustausch war für BioZ ein guter erster Schritt – und bewusst auch eine Vorbereitung auf das, was im Juni kommt. Beim BioZ-Kolloquium in Erfurt werden wir diesen Faden aufnehmen und gemeinsam mit unseren Bündnispartner:innen weiterdenken: Wie kommen Projektergebnisse wirklich in der Praxis an? Was braucht es, damit aus einem Abschlussbericht eine lebendige Anwendung wird? Seien Sie dabei und melden Sie sich gern dafür an.
Wir haben durch den Erfahrungsaustausch der WIR!-Bündnisse viel mitgenommen, was uns bestärkt hat – und das Gefühl, dass die richtigen Fragen und Anregungen gestellt und gehört wurden. Und allein das ist schon ein Erfolg!
Diesen Beitrag teilen
Zuletzt aktualisiert am: 13. Mai 2026, 16:36
