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Am 14. April 2026 kam die Dialoggruppe „Grüne Materialien” des BioZ-Bündnisses in der Elsteraue zusammen. Gastgeber war die Interstarch GmbH. Sie bot den Teilnehmern nicht nur Einblicke in ihre Produktion, sondern schuf auch den idealen Rahmen für den Austausch über die Zukunft biobasierter Werkstoffe.  

Impulse aus Forschung und Praxis: Das Potenzial der Stärke 

 Der Nachmittag begann mit fachlich tiefen Einblicken in die Welt der Polysaccharide. Prof. Thomas Heinze (Posanova GmbH) verdeutlichte in seinem Impulsvortrag, warum Stärke eine der wichtigsten natürlichen Quellen für nachhaltige Materialien der Zukunft ist. Er zeigte auf, wie durch chemische Funktionalisierung innovative Produkte wie „grüne“ Flockungshilfsmittel oder sogar neuartige Blutplasmaexpander auf Stärkebasis entstehen können. 

Projektvorstellung des TITK: BioFolPack – die grüne Verpackung der Zukunft 

Ein zentraler Baustein des Treffens war die Vorstellung des Projekts „BioFolPack” durch Dr. Katrin Römhild vom Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK). Das Institut ist ein neuer Partner im BioZ-Bündnis und präsentierte seine Arbeiten an biogenen Folien und Verbundklebstoffen auf Basis von Stärkeestern. 

  • Biogene Folien: Entwicklung von wasserabweisenden Schichten und Folien (z. B. mit PBS oder Polycaprolacton), die als nachhaltige Alternative für Lebensmittelverpackungen dienen. 
  • Hervorragende Barriereeigenschaften: Die entwickelten Stärkeesterfolien zeigen eine exzellente Haftung auf Papier und bieten eine wirksame Fett- und Wasserdampfbarriere. 
  • Anwendung im Alltag: Das Ziel ist der Ersatz fossiler Kunststoffe in Verpackungspapieren und flexiblen Folienlösungen. 

Frische Impulse: Drei neue Projektideen für den 5. BioZ-Call 

Ein zentraler Bestandteil des Treffens war die Vorstellung neuer Konzepte, die sich um eine Förderung im aktuellen BioZ-Call bewerben: 

  • BioPhy-Connect: Durch die Vernetzung von Cellulose mit Proteinen und Phytinsäure werden funktionelle Biopolymerfasern entwickelt, um nachhaltige Textilien mit Zusatznutzen (z. B. Flammenschutz) zu schaffen. 
  • RePowder ist ein innovativer Ansatz zum Recycling von Textilabfällen aus Polyester-Baumwoll-Mischungen. Dabei wird die Baumwolle zu hochwertiger mikrokristalliner Cellulose pulverisiert, während der Polyesteranteil für die Herstellung neuer Fasern erhalten bleibt. 
  • BioFix: Hierbei geht es um die Entwicklung von 100-prozentig biobasierten Nägeln aus einem Flachs-Hanffaser-Verbund. Diese sollen metallische Verbindungsmittel im Holzbau ersetzen und so die Kreislaufführung von Altholz erleichtern. 

Von der Erbse zum Hairstyling: Mark- und Palerbsenstärke  

Zudem lieferte Dr. Sebastian Köhling (amynova polymers GmbH) spannende Einblicke in die industrielle Anwendung. Er erläuterte die besonderen filmbildenden Eigenschaften von Erbsenstärken. Während Markerbsenstärke aktuell kaum am Markt verfügbar ist, bietet die Palerbse großes Potenzial als nachhaltiger Ersatzstoff, beispielsweise für biologisch abbaubare Inhaltsstoffe in Hairstyling-Produkten.

Syntura: Nachhaltige Kunststoffe für die Industrie 

Ein weiterer spannender Impuls kam von Dr. Jens Balko, dem Gründer von Syntura und Abteilungsleiter am Fraunhofer IAP. Unter dem Arbeitstitel „Sustainable Bio-Based Plastics for Industry“ stellte er Ansätze für biobasierte Kunststoffe vor, die speziell auf industrielle Anforderungen ausgerichtet sind. Das Ziel ist es, den fossilen Fußabdruck in der Kunststoffproduktion durch leistungsfähige, nachhaltige Alternativen konsequent zu reduzieren.  

Netzwerken und Werksführung 

Zum Abschluss des Treffens hatten die Partner die Gelegenheit, die Anlagen der Interstarch GmbH vor Ort zu besichtigen. Beim anschließenden Networking wurden die Projektideen weiter vertieft und neue Kooperationen innerhalb des Bündnisses initiiert. 

Nächste Termine im BioZ-Kalender: 

  • Bis zum 29. Mai 2026 Möglichkeit zum Einreichen von Ideen-Checks für den 5. Call
  • 25./26.06.2026: BioZ Kolloquium & Sommerfest in Erfurt. 
  • 27./28.08.2026: DG-Treffen „Pflanzliche Lebensmittel“ in Ahrensburg. 

Wir danken allen Beteiligten für die inspirierenden Beiträge und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im Bündnis! 

Weitere Details zum Nachlesen 

Möchten Sie tiefer in die Details eintauchen? Die vollständige Präsentation des Dialoggruppentreffens „Grüne Chemie“ steht am Ende der Seite zum Download bereit.

2026_04_14_BioZ-DG-Materialien_Gesamtpraesentation.pdf

14. April 2026 · 3 MB

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Zuletzt aktualisiert am: 15. April 2026, 13:28

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