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Projekt

ProPec2 - Maßgeschneiderte Pektine aus Zuckerrüben: Untersuchung ihrer Bioaktivität für kosmetische und ernährungsphysiologische Anwendungen

Projekt

  • 4. Call
  • Dialoggruppe: Fein- und Spezialchemikalien
  • Fördervolumen: 773.000 €
  • Gesamtvolumen: 836.000 €
  • Oktober 2026 - Dezember 2028

Forschungsziel

Das Verbundvorhaben ProPec2 verfolgt das Gesamtziel, Zuckerrüben nach ihrer industriellen Verarbeitung zur Zuckergewinnung in einer weiteren Nutzungskaskade einer zusätzlichen Wertschöpfung zuzuführen. Anstelle der aktuellen Nutzung von Zuckerrübenschnitzeln als Futtermittel sollen Pektine
mit spezifischen Eigenschaften gewonnen werden. Diese können in hochwertigen kosmetischen Erzeugnissen und funktionellen Lebensmitteln eingesetzt werden. Hierzu wird die im Vorprojekt ProPec entwickelte saure Pektinextraktion mit Ethanolfällung im Pilotmaßstab so weiterentwickelt und optimiert, dass sie ökonomisch konkurrenzfähig, energie- und stoffstromoptimiert sowie auf die Erzeugung maßgeschneiderter bioaktiver Fraktionen des Zuckerrübenpektins ausgerichtet ist.

Wertschöpfung in der Region 

ProPec2 stärkt die Forschungs- und Marktziele des Bündnisses BioZ in der Braunkohleregion Mitteldeutschland durch die Erschließung einer neuen, biobasierten Wertschöpfungskette von regional verfügbaren Zuckerrübenschnitzeln hin zu maßgeschneiderten, bioaktiven Pektinen für hochwertige Anwendungen. Dadurch werden das Innovationsökosystem, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die Beschäftigungsperspektiven in der Region gestärkt. Das Vorhaben liefert belastbare Grundlagen für den Marktzugang in Kosmetik und funktionellen Lebensmitteln, indem es im Pilotmaßstab Pektine mit definierten Strukturmerkmalen herstellt, anwendungsrelevante Bioaktivitäten prüft und Produktmuster
bereitstellt. Mit der Einbindung der gesamten Kette (Südzucker, Fraunhofer CBP/IZI-MWT, PerioTrap,Centiv) adressiert ProPec2 die Ziele von BioZ zur Beschleunigung des Technologietransfers und zur Stärkung der regionalen Innovations- und Produktionskompetenzen. Durch die Substitution importbasierter Pektinquellen und die Nutzung lokaler Reststoffströme erhöht das Vorhaben die Marktresilienz und erschließt signifikantes Rohstoff- und Umsatzpotenzial. Gleichzeitig erweitert das Vorhaben das strategische Spektrum von BioZ in Richtung Kosmetik und funktioneller Ernährung. ProPec2 leistet außerdem einen Beitrag zum nachhaltigen Strukturwandel in der BioZ-Region, indem
es eine höherwertige, kaskadische Nutzung agroindustrieller Reststoffe etabliert und damit Klima- und Ressourcenschutzziele unterstützt. Die potenzielle CO2-Minderung durch regionale Produktion, die Reduktion von Transporten und die Teildeckung des Energiebedarfs aus dem Extraktionsrückstand (Biogas) fördern den Übergang zu einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft. Damit unterstützt ProPec2 die Hightech-Strategie 2025 im Handlungsfeld „Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energie“, fördert
den Übergang zu einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft und steht im Einklang mit der Nationalen Bioökonomiestrategie.

Beteiligte Institutionen 

Das Fraunhofer Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) unterstützt Kooperationspartner aus Industrie und Forschung bei der Entwicklung und Skalierung von biotechnologischen und chemischen Prozessen zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe bis zum industriellen Maßstab.

Die Außenstelle Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung des Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Halle verfügt über langjährige Expertise in der Wirksamkeitsprüfung von Substanzen und deren pharmakologischer in vitro- und in vivo-Testung.

Die PerioTrap Pharmaceuticals GmbH ist eine Ausgründung des Fraunhofer IZI-MWT in Halle und entwickelt Verfahren zur Behandlung und Vorbeugung der Parodontitis sowie damit einhergehender entzündlicher Erkrankungen wie Diabetes, rheumatoider Arthritis und Alzheimer.

Die CENTIV GmbH unterstützt mit Anwendungsorientierter Bewertung funktioneller Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel.

Die Firma Südzucker AG ist assoziierter Projektpartner.

Die Carbon Minds GmbH hat die Ökobilanz des Gesamtverfahrens inklusive Hotspot-Analyse und Sensitivitätsbetrachtungen (beispielsweise hinsichtlich des Energiemixes, der Lösungsmittelrückführung und des Transports) erstellt.

Die BioZoon GmbH ist assoziierter Projektpartner und übernimmt die Beratung zu den Anforderungen an Funktionalität, Verarbeitbarkeit und Qualität des gewonnenen Pektins.

Die Wertschöpfungskette

Ausgangsstoff

Zuckerrübe

Technologie

Extraktionsverfahren

Zwischenprodukt

Zuckerrübenschnitzel
Zucker

Endprodukt

Pektine für Ernährung und Kosmetik

Das extrahierte Pektin ist 100% biobasiert. Dabei werden Reststoffe aus der Zuckerindustrie verwendet und einer höherwertigen Nutzung zugeführt. Auch nach der Pektinextraktion verbleibt kein Reststoff, da auch diese extrahierten Zuckerrübenschnitzel wie bisher einer Biogasanlage zugeführt werden können. Die gesamte Wertschöpfungskette von der Zuckerrübe bis zum pektinhaltigen Medizinprodukt kann und soll in der Region Mitteldeutschland liegen.

Meilensteine & Highlights

  • Ausstehend • 9. Monat

    Prozessoptimierung zur Pektinextraktion im Pilotmaßstab abgeschlossen und Pektin-Produktmusterbereitstellung gestartet

  • Ausstehend • 18. Monat

    Integrierte Ergebnisse zur Bioaktivität liegen vor + Empfehlung zu strategischer Ausrichtung für Anwendungskonzepte

  • Ausstehend • 24. Monat

    Abschluss der technologischen und biologischen Evaluierung neuartiger Pektine

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Zuletzt aktualisiert am: 21. April 2026, 11:10

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