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Projekt

KartoProt - Extraktion von und Anwendungsoptionen für Kartoffelproteine aus Nebenströmen der Kartoffelverarbeitung

Projekt

  • 4. Call
  • Dialoggruppe: Proteine
  • Fördervolumen: 407.712, 42 €
  • Gesamtvolumen: 529.740, 70 €
  • März 2027 – Mai 2029

Forschungsziel

Ziel des Projekts KartoProt ist es, bislang überwiegend energetisch genutzte Nebenströme der Kartoffelverarbeitung, insbesondere Kartoffelschalen und Fruchtwasser, durch ein skalierbares und wirtschaftlich tragfähiges Verfahren zu hochwertigen Protein Zutaten für die Lebensmittelindustrie aufzuwerten. Dafür werden geeignete Rohstoffströme charakterisiert, die Proteine unter gleichzeitiger Abreicherung von Glykoalkaloiden isoliert und hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, Funktionalität und sensorischen Eigenschaften untersucht. Ihre Eignung soll anschließend in verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln, darunter emulsionsbasierte Feinkostprodukte und vegane Macarons, erprobt werden. Ergänzend werden die bei der Extraktion verbleibenden Reststoffe durch Pilzfermentation weiterverwertet. Auf diese Weise verfolgt KartoProt einen ganzheitlichen Kaskadennutzungsansatz, der Stoffkreisläufe schließt, Ressourcen effizienter nutzt und die Entwicklung regionaler Wertschöpfungsketten für pflanzliche Proteine in Mitteldeutschland unterstützt..

 

Wertschöpfung in der Region 

Das Projekt KartoProt hat seinen Ursprung bei der sächsischen Genossenschaft Friweika eG, die Kartoffeln verarbeitet. Ziel ist es, bisher ungenutzte Reststoffe wie Schalen und Wasser aus der Produktion besser zu verwerten – zum Beispiel durch die Gewinnung von Kartoffelproteinen und eventuell auch Stärke für die menschliche Ernährung. So sollen wertvolle Inhaltsstoffe genutzt werden, bevor die Reste energetisch (z. B. für Biogas), als Tierfutter oder für den Pilzanbau verwendet werden. Bei erfolgreicher Umsetzung plant Friweika eine neue Anlage in Weidensdorf, die bis zu 20 neue Arbeitsplätze schaffen kann.

Ein weiterer Partner, die Happy Horst GmbH aus Sachsen-Anhalt, testet den Einsatz des Kartoffelproteins als Ersatz für Hühnereiweiß in veganem Baisergebäck. Dadurch könnte eine neue Produktschiene für „vegane Macarons“ entstehen und bis zu 5 Arbeitsplätze schaffen. Gemeinsam entsteht so eine regionale, krisensichere Lieferkette mit vollständiger Wertschöpfung im mitteldeutschen Raum.

Die Pacifico Biolabs GmbH in Leipzig prüft zudem, ob auch die verbleibenden Nebenströme durch Fermentation weiter genutzt werden können – um so den gesamten Rohstoff möglichst effizient zur Proteinproduktion zu verwenden. Unterstützung kommt von den Partnern Fraunhofer IVV und Hydrosol, die ihr Wissen zur Verarbeitung pflanzlicher Proteine einbringen. Die Zusammenarbeit regionaler und überregionaler Unternehmen fördert den Wissensaustausch und stärkt die Entwicklung neuer pflanzlicher Produkte für eine nachhaltige Lebensmittelwirtschaft im Strukturwandel.

Beteiligte Institutionen 

Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV fungiert als Schnittstelle zwischen akademischer Forschung und Industrie und verfügt in der Abteilung Verfahrensentwicklung Lebensmittel über mehr als 20-jährige Erfahrung in der Gewinnung, Skalierung und Verarbeitung pflanzlicher Proteine.

Die Friweika eG wurde im Jahr 1970 gegründet und ist eine mittelständische Genossenschaft der kartoffelverarbeitenden Industrie mit 350 Beschäftigten am Standort Weidensdorf bei Glauchau/Sachsen.

Die Hydrosol GmbH & Co. KG als Teil der Stern-Wywiol Gruppe ist einer der international führenden Anbieter von Stabilisierungs- und Texturierungssystemen für die Lebensmittelindustrie.

Bei der Happy Horst GmbH handelt es sich um eine Holding, in welcher die LeHA GmbH inkludiert ist. Die LeHA GmbH vertreibt weltweit seit 21 Jahren vegane Milchalternativen mit Fokus auf vegane Sahnealternativen.

Die Wertschöpfungskette

Ausgangsstoff

Kartoffelreststoffe

Technologie

Proteinisolierung

Zwischenprodukt

Kartoffelprotein

Endprodukt

Vegane Macarons

Das KartoProt Vorhaben adressiert das Upcycling von bislang ungenutzten bzw. energetisch genutzten Kartoffelschalen und wässrigen Nebenströmen der Kartoffelveredelung zur Herstellung von proteinreichen Lebensmittelzutaten und kann damit einen Mehrwert auf den verschiedenen Stufen der Wertschöpfung liefern. Die anfallenden Extraktionsnebenströme werden für die Pilzfermentation eingesetzt.

Meilensteine & Highlights

  • Ausstehend • 6. Monat

    Rohstoffauswahl und –charakterisierung sowie Zwischenstabilisierung

  • Ausstehend • 24. Monat

    Proteinisolierung aus 2 Nebenströmen

  • Ausstehend • 30. Monat

    Vorbereitende Maßnahmen zur industriellen Implementierung und Wirtschaftlichkeitsabschätzung

  • Ausstehend • 27. Monat

    Anforderungskatalog an Proteine, Applikationsversuche und begleitende Analytik

  • Ausstehend • 30. Monat

    Lagerstudien und sensorische Bewertung

  • Ausstehend • 30. Monat

    Upcycling von Nebenströmen mittels mikrobieller Fermentation

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Zuletzt aktualisiert am: 21. September 2026, 12:01

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