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Die Handreichung „Fokusthemen Nachhaltigkeit“ greift gezielt vertiefende methodische Fragestellungen der Nachhaltigkeitsbewertung auf, die im Rahmen gemeinsamer Workshops mit Bündnisakteur:innen identifiziert wurden. Die von Kathleen Meisel und Inga Katharina Götz (Deutsches Biomasseforschungszentrum/DBFZ) erstellte Publikation knüpft direkt an die Grundlagenbroschüre „Nachhaltigkeit für Einsteiger:innen“ an.   

Die Inhalte umfassen praxisnahe Methodenerklärungen, Rechenbeispiele sowie Anwendungsfälle aus der Bündnisarbeit (unter anderem Biopolymer Polybutylensuccinat/PBS sowie Holzbauprodukte).   

1. Bilanzierung von biogenem Kohlenstoff 

Die korrekte Erfassung von biogenem Kohlenstoff in Ökobilanzen (LCA) unterscheidet sich grundlegend von der von fossilen Rohstoffen. 

  • Aufnahme und Emission (1/–1-Prinzip): Pflanzen entziehen der Atmosphäre während des Wachstums CO₂ (Gutschrift: –1 kg CO₂-Äq./kg C). Bei der späteren thermischen Verwertung oder Kompostierung wird dieser Kohlenstoff als CO₂ wieder freigesetzt (+1 kg CO₂-Äq./kg C).   
  • Die zeitliche Komponente der Speicherung ist entscheidend: permanente Bindung vs. kurze Nutzungskreisläufe. Während Einwegverpackungen Kohlenstoff nur kurzfristig binden, führt der langfristige Einsatz in Bauholz oder langlebigen Kunststoffen zu einer verzögerten Rückgabe an die Atmosphäre. 
  • Gegenüberstellung zu fossilen Systemen: Bei fossilen Rohstoffen fehlt die initiale Entnahmephase (-1), sodass jede Emission zu einem Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre führt.    
Gegenüberstellung der Cradle-to-Grave-Bilanzierung von biogenem und fossilem Kohlenstoff (Quelle: Meisel & Götz, DBFZ / BioZ-Handreichung)

2. Negativemissionen und technische CO₂-Speicherung 

Negativemissionen entstehen, wenn CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt und gespeichert wird.   

  • Voraussetzungen für echte Negativemissionen: Die Summe aller Emissionen entlang der Prozesskette – vom Anbau über den Transport und die Verarbeitung bis hin zum Energieeinsatz – muss kleiner sein als die dauerhaft gespeicherte Menge CO₂. 
  • Methodik und Ansätze: In der Publikation werden Methoden wie die Kopplung biobasierter Wertschöpfungsketten mit Carbon Capture and Storage (BECCS) oder die Einbringung stabiler Kohlenstoffformen (zum Beispiel Pflanzenkohle) thematisiert.   
  • Anrechenbarkeit: Um Doppelzählungen zu vermeiden und eine wissenschaftlich fundierte Bilanzierung zu gewährleisten, werden Anforderungen an die Zertifizierung und die Bilanzierungsgrenzen definiert. 

3. Regionalität in der Nachhaltigkeitsbewertung

Der Faktor Regionalität hat Einfluss auf ökologische und sozioökonomische Nachhaltigkeitsindikatoren. 

  • Ökologische Effekte: Verkürzte Transportwege reduzieren in erster Linie die Emissionen in den Vorketten (Dieselverbrauch, Logistik). Zudem ermöglicht die regionale Rohstoffversorgung eine bessere Überwachung von Landnutzungsänderungen und Umweltstandards.   
  • Soziale und ökonomische Aspekte: Soziale Ökobilanzen (Social LCA) bewerten regionale Arbeitsbedingungen, faire Entlohnung und lokale Wertschöpfung. Eine stärkere Regionalität kann die lokale Wirtschaftskraft erhöhen, die Transparenz in der Lieferkette verbessern und die Abhängigkeit von globalen Lieferengpässen verringern. 
Nachhaltigkeitsdimensionen und Methoden zur Bewertung der Nachhaltigkeit in diesen Dimensionen (Quelle: Meisel & Götz, DBFZ/BioZ – Handreichung)

Bezug und Zielgruppe

  • Kontext: Erarbeitet als Teil der wissenschaftlichen Begleitforschung zum WIR!-Bündnisvorhaben BioZ.  
  • Zielgruppe: Bündnispartner:innen, Wissenschaftler:innen und Unternehmenspraxis zur Vertiefung angewandter Nachhaltigkeitsanalysen.  

Nächste Termine im BioZ-Kalender: 

 Für mehr Details lesen Sie sich gerne die spannende Handreichung durch. 

Handreichung_bioC-Negativ-Regional-1.pdf

17. August 2026 · 21 MB

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Zuletzt aktualisiert am: 17. August 2026, 10:09

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